Italien

Ligurien – Italien

10. Mai 2018: Vor jeder Fahrt nach Italien frage ich mich, wer hat den Winter überlebt. 

Leider können auch die Katzen, die das Glück haben einen Besitzer ihr Eigen nennen zu dürfen, nicht ins Haus. Und wer hat nicht schon die Starkregen im Herbst und im Winter auf der Wetterkarte gesehen. Immer häufiger schneit es jetzt selbst in Süditalien. Wer sich keine Mäuse oder Ratten mehr fangen kann, der ist auf das Futter angewiesen, das die Menschen ihnen geben. Und das besteht meist aus gekochten Nudeln oder altem Weißbrot.

Keine Frage, dass eine geschwächte oder kranke Katze dies nicht lange überlebt. Vor allem, wenn es dann auch noch kalt und windig ist.

So war ich doch sehr erfreut, dass die meisten meiner Zöglinge überlebt hatten. Einige habe ich schmerzlich vermisst. Manche waren nur einen Monat vor meiner Ankunft verstorben.  

Leider ist mein schon aufgebautes Netzwerk nicht mehr vollständig. Nachdem die eigenen Katzen kastriert waren bestand kein großes Interesse zur Unterstützung bei Kastrationsaktionen.

Dieses Jahr war ich 4 Wochen später dran und einige neue Katzen hatten schon einen dicken Bauch. Auf  Nachfrage erfuhr ich, dass dies nur die Katzen aus der Schmuddelecke seien. Da kümmere man sich nicht drum. Trotzdem ist es mir gelungen fast täglich ein nicht tragendes Weibchen mit der Falle zu fangen und zu kastrieren. Gerne hätte ich mehr operiert.

Da eine Katze mit  Besitzer einen Abszess am Köpfchen hatte und ich hier helfen konnte, nahm ich der Katzenbesitzerin das Versprechen ab, mir bei meinem nächsten Besuch möglichst viele unkastrierte Katzen zu zeigen.

Eine ca. 4 Monate alte schwarze Katze konnte ich während meines Urlaubes anfüttern. Am Tag vor meiner Abreise war sie so zahm, dass ich mir das Geschlechtsteil ansehen konnte. Ein Weibchen. Während sie fraß kamen noch  zwei Geschwisterchen dazu. Alle nun leider unkastriert. Wenigstens weiß ich, wo ich bei meinem nächsten Besuch gleich Futter und Falle aufstellen muss.

Fazit, es ist schwer Menschen zu etwas zu motivieren, weil sie etwas doch schon immer so gemacht haben. Nämlich den unerwünschten Nachwuchs zu ertränken.

 

Kornelia Kimpfel