Anleitung Eingewöhnung einer Streunerkatze

 

„Wir haben schon seit einiger Zeit eine Streunerkatze bei uns im Garten, würden Sie gerne ins Haus aufnehmen, haben aber schon eine Katze. Wie können wir die beiden zusammenbringen?“

Eine zutrauliche Streunerkatze? Ja, einige Streunerkatzen sind ehemalige Besitzerkatzen, ausgesetzt, weil man sie nicht mehr wollte. Man erkennt sie daran, dass die Katze oder der Kater die Nähe des Menschen suchen und sich meist anfassen lassen.

Was soll man nun machen?

Zuerst sich vergewissern, ob die Katze wirklich keine Besitzerkatze ist. Hat sie einen Micro Chip? Jeder Tierarzt kann dies überprüfen.
Hat sie keinen Micro Chip, ein Band umlegen mit einem Zettel daran, ob die Katze jemandem gehört und die eigene Tel. Nummer. Dann erst mal warten.
Später wird die Katze über Tage angefüttert. Ist sie zutraulich, mit einem Katzenkorb oder Katzenkäfig in ein Zimmer bringen, Zimmertüre schließen, die Türe des Käfigs wieder öffnen und auch offen lassen. Aber Vorsicht beim Hinausgehen, die Katze ist schnell mit Entwischen. Es sollte ein Zimmer sein, in welchem sich jemand zumindest in der Nacht aufhält. Sie darf nicht weggesperrt werden, sondern braucht nun den regelmäßigen Menschenkontakt.

Nach 3-4 Tagen die Zimmertüre soweit öffnen, dass sich beide Katzen durch den Spalt riechen können. Aber sie dürfen nicht zueinander.

Nach weiteren 3-4 Tagen wird dann die Zimmertür geöffnet, so dass jede Katze sich frei bewegen kann. Jetzt am besten 2 Personen mit besonderen Leckerli bei je einer Katze, vor allem bei der Eigenen. Die neue Katze bekommt nur Leckerli, wenn sie zu schnell zu der vorhandenen Katze will. Dann wird sie damit weg gelockt. Die eigene Katze bekommt immer wieder Leckerli und wird liebevoll von der Fremdkatze fern gehalten. Immer mit hoher, freundlicher Stimme sprechen und viel streicheln.

nach 10 bis 15 Minuten werden sie wieder getrennt und die Türe wieder verschlossen.  Und diese Prozedur über weitere Tage wiederholen. Dabei wird die Zeit immer verlängert, in der sie zusammen sind.

Die beiden Katzen einfach zusammen zu lassen kann gut gehen, aber auch völlig daneben.

Fellknoten aus dem Fell schneiden oder Kämmversuche, was die neue Katze nicht mag, nur getrennt erledigen. Quäken einer Katze durch Missfallen kann zum sofortigen Angriff der anderen Katze führen, da sie sich bedroht fühlen könnte.

Ist es in die Hose gegangen, muss man wieder von vorn anfangen.

Übrigens Fauchen bedeutet nicht Aggression, sondern Angst. Eine Katze, die faucht, hat Angst. Dies wird von vielen missverstanden. Aggression bedeutet bei einer Katze, ich schaue sie an. So droht eine Katze.