Deutschland

Manchmal können auch wir nicht mehr groß helfen

 

Berlin Wannsee, April 2020

Unsere Tierärztin schreibt:

 

Heute, am Samstag, bekam ich einen Anruf aus dem Wirtshaus Moorlake. In der Moorlake finden sich immer mal wieder streunende Katzen ein, die ausgesetzt sind oder sich einfach verlaufen haben. So hatte sich vor ca. 14 Tagen ein struppiger abgemagerter scheuer Kater dort eingefunden, der erst einmal sofort von den Betreibern gefüttert wurde.Schon so manche Katze haben sie aufgepeppelt und so waren sie auch dieses Mal guter Dinge.
Allerdings kam der Kater leider nicht regelmäßig zum fressen. Nur jeden 2. oder 3. Tag. Auch war er so scheu, dass er durch jede menschliche Bewegung wieder verscheucht wurde und dann wieder für Tage verschwand.
Nun, am heutigen Samstag, saß er wohl schwach über die Futterschüssel gebeugt, leckte nur am Futter und saß dann weiter apathisch am Wegesrand.
Der Kater war inzwischen so schwach, dass er sich mit einem beherztem Griff des Betreibers greifen ließ und dieser ihn erst einmal in einem Katzenkorb verstaute.

Als ich angerufen wurde, bin ich sofort in die Moorlake gefahren.
Mit seiner letzten Kraft wehrte sich der Kater noch einmal gegen meine Berührung, ließ dann aber die Untersuchung doch über sich ergehen.
Auf der Zunge war eine große Entzündung, so dass fast die ganze Zunge wund war, die Entzündung war auch schon auf den Gaumen übergegangen. Viele Zähne fehlten, andere waren abgebrochen. Er roch sehr stark nach Urin aus der Schnute. Das heißt, die Niereninsuffizienz war deutlich zu merken. Durch den Defekt auf der Zunge hatte der Kater schon seit einiger Zeit nicht mehr richtig fressen können. Er war abgemagert bis auf die Knochen und völlig ausgetrocknet.
So haben wir uns dann traurig entschlossen das arme Tier zu erlösen.
Er hätte, wäre er zu retten gewesen, seinen Lebensabend auf dem Restaurantgelände der Moorlake verbringen können. Wie das schon zwei sehr liebe Katzen tun, die dort inzwischen von allen Angestellten geliebt und verwöhnt werden.
Was sich auch ein wenig an der Figur zeigt.

Wir danken dem Beteiber der Moorlake für seine liebevolle Hilfe und wünschen ihm und seiner Familie in dieser schwierigen Zeit alles Gute, vor allem Gesundheit.

Vielen Dank, dass dem Kater geholfen werden konnte, auch wenn uns nur übrig blieb ihn zu erlösen.

Kornelia