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Prinzessin Emmi

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Die kleine Emmi aus Myki, Nordgriechenland – unsere Kastrationsprinzessin 2019.
Schon am ersten Tag unserer Kastrationsaktion wurde sie uns gebracht.Ein kleines, völlig abgehungertes Wesen, Haare hatte sie kaum, die Haut völlig verkrustet. Ihre Rute haben sie ihr einfach abgeschnitten, viel zu kurz. Erst auf den 2. Blick war zu sehen, dass uns eine kleine Spaniel Hündin aus dem Käfig anschaute. Ihre Zitzen waren riesig, aber leer. Cemali und Beyhan, die täglich für uns die Hunde einfingen, erzählten, dass die Kleine Welpen bei sich hatte, die alle tot waren. Wie hätte sie auch Babys säugen können, sie war ja nur noch Haut und Knochen. Sie war ein kleines ausgesetztes Hundemädchen, erbärmlich anzusehen. Mit ihrem kleinen Stummelschwänzchen wedelte sie den ganzen Tag vor Freude. Wahrscheinlich lebte sie schon länger auf der Straße. Wie sie die kalten Nächte des Winters überlebte, ohne Fell?

Schnell war mir klar, die kleine Maus konnte weder zurück auf die Straße noch auf die Notstation von unserem Partnerverein. Bei all diesen großen Hütehunden hatte sie weder da noch dort eine Chance.
Die einzige Möglichkeit war, sie während unserer 14-tägigen Kastrationsaktion bei mir aufzunehmen. Dann konnten wir ja weitersehen. Nikos Esferat, einer unserer Ehrenamtlichen aus Xanthi, gab mir ein Baby-Reisebett für sie.
So begann unser gemeinsames Leben. Von da an wurde sie verwöhnt. Wenn sie nicht in ihrem warmen und weichen Bettchen lag, um sich zu erholen, fand sich immer jemand, der sie Spazieren führte oder kuschelte. Und nachts… kann sich einer das Gesicht unseres Pension-Wirts vorstellen. Ein Straßenhund im Hotel-Zimmer, in Nordgriechenland! Ich musste ihm versprechen, dass sie im Zimmer ihr Bett nicht verließ. So wurden wir geduldet!
Schon nach kurzer Zeit gewöhnten wir beide uns aneinander. Immer war sie da und freute sich. Morgens stiegen wir gemeinsam ins Auto um zu unserem Kastrationsort zu fahren. Abends machten wir gemeinsam Feierabend.
Ihre freundliche und unkomplizierte Art überzeugte mich schnell davon, Ihr in Deutschland ein neues Leben zu ermöglichen. Sie musste nur noch gesund werden, die nötigen Impfungen bekommen und dann konnte die Reise beginnen.
Als ich mich am letzten Tag von ihr verabschiedete merkte ich, wie sehr ich doch mein Herz an ihr verloren hatte. So sollte es nicht nur ein neues Leben in Deutschland werden, sondern ein neues Leben in meinem Hunderudel. Ich habe zwar schon 3 Hunde, aber so ein kleines, liebenswürdiges Wesen konnte gerne noch bei uns einziehen.
Nach 6 Wochen landete mein nun haariges, kleines Mädchen, immer noch freundlich und offen. Sie lebte sich innerhalb kurzer Zeit in unserem Rudel ein. Wie selbstverständlich begleitet sie mich nun den ganzen Tag.
Immer noch frage ich mich bei dem Anblick der Kleinen mit ihren großen Augen, wie bringt ein Mensch es fertig, ein so kleines, zartes Wesen in der kalten Jahreszeit in den Bergen alleine auszusetzen. Ich werde es nie verstehen.
Es macht mich jeden Tag glücklich, Emmi gerettet zu haben und ihr ein sicheres Leben, voll Liebe zu schenken.
Christine Laslo